Auf der Insel Hainan leben Menschen dutzender Nationalitäten in friedlicher Koexistenz. Es liegt wohl damit auf der Hand, dass jede der Gruppe - oder Minorität - ihr eigenes Kulturleben hat. Diesem Umstand erdankt Hainan seine Fülle an Festen, die sich über das ganze Jahr hindurch verteilen.
Wie alle anderen Chinesen auf dem Festland, feiern die Hainanesen das ”Frühlings-fest”, das ”Laternenfest” und das ”Chinesische Neujahrs-fest”. Aber daneben gibt es eine Vielzahl von Veranstaltungen, von denen wir hier einige aufzählen.
Das Internationale Kokosnuss-Festival
Jedes Jahr zwischen März und April wird dieses auf ganz Hainan gefeiert, besonders aber in Haikou. Es hat den Zweck die Provinz ökonomisch zu promoten und leistet einen großen Beitrag am internationalen Kulturaustausch.
Volkstanzgruppen aus aller Welt kommen zu dieser Veranstaltung.
Das Junpo Festival
In den abgelegenen Dörfern Hainans wirbeln im 2 Monat nach dem chinesischen Mondkalender die Trommeln und Tausende Leute tanzen auf den Straßen in Trance. Nicht einmal das Getöße der Knallkörper kann sie daraus erwachen.
Gefeiert wird das Junpo Fest, das für die wachen zueher mehr schmerzhaft ist, als für die Akteure, die sich meterlange Eisenstangen durch die wangen stoßen. Es wird im März/April auf ganz Hainan zum Gedenken an die Nationalheldin ”Madame Xian” gefeiert.
Diese Frau hat einen wesentlichen Anteil am frühen Aufbau in Hainan und leistete einen großen Beitrag zur nationalen Vereinigung zahlreicher Volksgruppen.
Dorfburschen demonstrieren ihre starken Nerven...
Das Fest hat seine Wurzeln in den Ereignissen im 6. Jht. Mit hainan lag es im Argen, Banditen beherrschten es, bis Madame Xian Ying (513-603) von der Zentralregierung eingesetzt wurde. Die exzellente Strategin und Politikerin brachte die Landwirtschaft wieder auf Vordermann und ging mit starker Hand und einer schlagkräftigen Militärtruppe gegen die Banditen vor.
Bald lebten die Bauern wieder friedlich und konnten ihrer Arbeit nachgehen. Beim Junpo-Fest wird daran erinnert und die jungen Bauernburschen laufen über glühende Kohlen, die Mädchen tanzen und singen und die Landwirte offerieren köstliche Speisen und Handarbeiten.
Das Fest des "Blumenschenkens" in Fucheng
Im Februar gleicht der Stadtteil Fucheng in Qiongshan (gleich neben Haikou) einem Blumenmeer. Wenn die Sonne untergeht, beleuchten abertausende Lampions die Straßen und jeder schenkt zum Neujahr - mit Wünschen für viel Glück und Gesundheit - Blumen.
Das Internationale Hochzeits - Festival
am ”Ende der Welt” in Sanya
Vom 18. bis 21. November kommen Hochzeitslustige aus aller Welt nach Hainan, um sich beim Internationalen ”Hochzeitsfest am Ende der Welt” ihr Ja-Wort zu geben, oder ihre vor Jahren geschlossene Banden aufzufrischen und Jubiläen zu feiern.
Das ”Ende der Welt” ist ein für Chinesen symbolischer Platz, wo Himmel, Wasser und Erde zusammenkommen und die Steine als Zeugen fungieren. Lesen Sie mehr darüber auf unserer Seite über die Stadt Sanya.
Das DANZHOU Sing-Fest an den Mond Festival Tagen
Während des Mond-Festes im Oktober ist es Brauch in der Stadt Danzhou, daß Mädchen und Burschen auf einen nahen Hügel gehen und sich dort ”ansingen”: die Burschen auf der einen, die Mädchen auf der anderen Seite. Und sollten die Lieder dem oder der Angebetenen gefallen, so kann man sicher sein, daß eine neue Liebesgeschichte begonnen hat. Ein netter Brauch, der es Wert ist beobachtet und belauscht zu werden.
Das Sanyuesan-Festival
Die unverheirateten Mädchen und Burschen der Li- und Miao-Minoritäten haben jedes Jahr im April Ihren großen Tag, bzw. Nacht: In ausgelassenen und traditionsreichen Festen wird sich selbst präsentiert, gesungen, getanzt, um die oder den Angebetenen zu beeindrucken. Selbst Sportbewerbe werden in den einzelnen Regionen für diesen Zweck veranstaltet.
"Duan Wu":
Ein Tag in Gedenken an einem patriotischen Poeten
Am 5 Tag des 5 Monats nach dem Mondkalender wird das Duan Wu Fest gefeiert. Duan Wu war ein patriotischer Poet, der gegen Korruption kämpfte und sich vor 2.200 Jahren in diesem aussichtslosen Unterfangen selbst im Fluß in der Provinz Qin ertränkte.
Seine Sympatisanten fuhren daraufhin mit Booten auf dem Fluß und warfen Reisknödel, in Blättern (Lotus- oder Bambusblätter) eingewickelt in das Wasser. Sie wollten so verhindern, dass die Fische Wu´s Körper essen, sondern die Knödel...
So wird dieses Fest natürlich mit Millionen von Reisknödeln gefeiert, die jeder jeden auftischt.
In die zweite Septemberhälfte fällt das Mondfest. Da der Vollmond in dieser Nacht besonders groß sein und am hellsten leuchten soll, ist er ein wichtiges Symbol des Mittherbstfestes . Die Legende erzählt von Hou Yi und seiner Frau Chang-Er. Der Meisterschütze Hou Yi traf neun der zehn Sonnen, die fast die Welt verdorrten und erhielt vom Jadekaiser als Belohnung zwei Unsterblichkeitspillen. Hou Yi wurde vom Volk aus Dankbarkeit zum König gekrönt. Als er eines Tages nicht im Palast war, fand seine Gemahlin, diese Pillen und verschluckte sie. Sie wurde daraufhin so leicht, dass sie zum Mond hinaufschwebte.
In der Vollmondnacht des Festes genießt man die romantische Stimmung mit Freunden bei Tee und Mondkuchen. Die handtellergroße runde Leckerei, mit einer Füllung aus süßer Bohnenpaste oder Nüssen und kandierten Früchten, ist ein beliebtes Mitbringsel. Mondkuchen sind Symbole für "Rundheit" oder Eintracht einer am Feiertag vereinten Familie. Auch asiatische Grapefruit werden an diesem Tag gegessen.
Das chinesische Wort für "Pampelmuse" oder "Grapefruit" ist yu , das gleich lautet wie das Wort für "Schutz" yu , welches die Hoffnung ausdrückt, daß der Mondgott ihnen Schutz gewährt. Das Betrachten des hellen Vollmondes ist ein weiterer wichtiger Bestandteil dieses Festes. Es ist auch die Zeit für Verabredungen der Liebenden und zum Gebet nach Eintracht. Am 15. Tag des 8. Mondmonats feiern die Chinesen seit jeher mit dem Mittherbstfest das Ende der Erntesaison. Nach der Volkslegende, ist es auch der Geburtstag des Tu Ti Kungs (Erdgottes) , und signalisiert, daß die harte Arbeit auf den Feldern für dieses Jahr bald zu Ende sein wird, und man sich nur noch um die Ernte kümmern muß. Die Menschen benutzen diese Gelegenheit, um dem Himmel ihre Dankbarkeit auszudücken, repräsentiert durch den Mond, und auch der Erde, symbolisiert durch den Erdgott, für den Segen, den sie im vergangenen Jahr erfahren durften.
Spring Festival:
Chinesisches Neujahr!
Das Chinesische Neujahr, der erste Tag eines Jahres nach dem Mondkalender, dauert drei Tage und ist das wichtigste aller Feste. Auf chinesisch heißt es im allgemeinen Chun Jie (Frühlingsfest) . Ihm kommt eine ähnliche Bedeutung zu wie dem Weihnachtsfest im Christentum.
Die Hausfrauen bereiten viele traditionelle Speisen und Süßigkeiten für die Gäste vor und kochen im voraus, denn am Neujahrstag muß die Küche kalt bleiben. Am Vorabend vor dem Frühlingsfest, dem Ch'u His (Silvester) kommen Familienmitglieder zu einem opulenten Festessen zusammen. Glücksgeld, genannt als Hong Bao, wird in roten Umschlägen an die Kinder verteilt und man bleibt bis zur Mittelnacht auf, um das neue Jahr zu begrüßen. Überall werden Segenspruchbänder auf rotem Papier in goldener oder schwarzer Kalligraphie für die Eingangstür angeboten.
In den ersten Tagen des neuen Jahres werden viele Verwandte nach Haus zum Essen eingeladen. Am zweiten Tag des Neue Jahres fahren die verheirateten Töchter, zusammen mit dem Mann und Kindern, zum Besuch nach ihren Elternhaus. Alles reist nach Möglichkeit zur Familie. Am letzten Tag des Jahres werden um Mitternacht Kracher und Knallfrösche entzündet, um böse Geister zu verscheuchen, jünge Männer führen Drachen- und Löwentänze auf.
Das Chongyang Festival
Das Chongyang Festival fällt auf den neunten Tag des neunten Monats nach dem chinesischen Mondkalender. Es ist auch bekannt als das "Doppel Neun" Festival.
Das Festival basiert auf der Theorie des Yin and Yang, zwei auf sich gegenseitig wirkenden Prinzipien der Natur. Yin stellt das Feminine, negativ, und Yang das Maskuline, positv, dar. Die alten chinesichen Gelehrten dachten das alle natürlichen Phänomene sich mit dieser Theorie erklären lassen. Zahlen wurden zu dieser Theorie hinzugefügt. Gerade Zahlen gehören dem Yin un ungerade dem Yang. Der neunte Tag des Neunten Monats im Mondkalender ist der Tag, an dem sich zwei Yang Nummern treffen. Deshalb nennt sich das Fest Chongyang. "Chong" bedeutet soviel wie "Doppel". Seit der antiken Zeit gehört das Chongyang Fest zu den bedeutensten Festen in China.
Das Laternen-Festival
Das Laternenfestival, auch Yüan Hsiao Chieh genannt, fällt auf den 1. Tag des ersten Monats des chinesischen Mondkalenders, zwei Wochen nach Chinesischem Neujahr. Man bezeichnet es als "das kleinere Neujahr". An diesem Tag tragen fast alle, meist Kinder, bunte Laternen.
Die bunten Lichter sollen den Geistern den Weg weisen. Neben dem Betrachten der Laternen, ißt man während des Festes klebrige Reisküchlein, die, wie das Fest selbst, yüan hsiao genannt werden. Diese Klößchen symbolisieren die Eintracht und Vollständikeit der Familie. Feuerwerke und "Ratespiele" wurden später mit einbezogen, um die Festlichkeit des Ereignisses noch zu unterstreichen.